Lebensmittel / Molkerei

Emmi AG

Die Unternehmensgruppe Emmi AG, ein Milch verarbeitender Betrieb in Landquart (Schweiz), hat den Plattenwärmetauscher NT100X der Kelvion PHE GmbH erstmals als Milchpasteur eingesetzt. Dies hatte eine Effizienzsteigerung von 10 % zur Folge. Landquart ist eine Stadt im Schweizer Kanton Graubünden. Das Unternehmen Emmi AG, der größte Käseproduzent der Schweiz, stellt seit 1993 überwiegend Raclette-Käse in Landquart her. Das Unternehmen hatte sich zwei Ziele gesetzt: Die Reduzierung der Energiekosten bei gleichzeitiger Steigerung der Käseproduktion – die bereits an ihre energetischen Grenzen gestoßen war. Um diese Ziele zu erreichen, richtete das Unternehmen sein Augenmerk auf mögliche Einsparungen bei der Milchpasteurisierung. Emmi errechnete, dass die Wärmerückgewinnung bei der Pasteurisierung von 91 % auf 94 % gesteigert werden müsste, um die erhoffte Wirkung zu erzielen.

Kelvion Referenz Emmi AG

Das Problem: Mit konventionellen Pasteurisierungsanlagen war es nahezu unmöglich, die gewünschte Kombination aus einem hohen Wärmerückgewinnungsgrad, einem effektiven Temperaturprogramm und einer hohen Durchflussmenge zu erreichen, da diese Anlagen ihre durch die Physik gesetzten Grenzen bereits erreicht hatten. Die Lösung: Emmi betrat technisches Neuland und installierte mit dem NT100X der Kelvion PHE GmbH einen mehrstufigen Pasteur für die Milcherhitzung. Die NT-Serie hatte ihre besonderen Merkmale bereits unter Beweis gestellt und z. B. in der Brau- und Getränkeindustrie beeindruckende Ergebnisse erzielt. Sie war daher ideal, um Emmi von den Vorteilen des NT100X für die Milchindustrie zu überzeugen. Seit der Inbetriebnahme des NT100X konnte Emmi die Energiekosten bei der Pasteurisierung in seinem Werk in der Nähe von Chur (Schweiz) um nachweislich 10 % senken – bei gleichzeitiger Steigerung des Durchlaufs von 12.000 auf 15.000 Liter pro Stunde. Aber damit nicht genug: Später erhöhte die Emmi Gruppe ihre Produktionskapazitäten noch einmal deutlich – durch die Aufrüstung des hocheffizienten NT100X mit einem weiteren Plattenpaket wurde mittlerweile ein Durchlauf von 25.000 Litern pro Stunde erreicht.

Für das Unternehmen war dies die einfachste, flexibelste und günstigste Option. Werner Sutter, Werksleiter in Landquart, erklärt: „Emmi ist ein langjähriger Kunde der GEA. Und die Kelvion PHE GmbH verfügt über mehr als 80 Jahre Erfahrung bei der Herstellung von Milchpasteuren. Wir hatten daher vollstes Vertrauen in die NT-Serie.“ Dieses Vertrauen ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass es so gut wie keine empirischen Belege für den Einsatz dieses Systems in der Milch verarbeitenden Industrie gab. Der entscheidende Faktor waren die technischen Spezifikationen. Und mit Blick auf die Erfolge der NT-Serie in der Brauindustrie waren die Spezialisten bei Emmi überzeugt – noch bevor der Plattenwärmetauscher von Kelvion installiert war. Die gedichteten Plattenwärmetauscher zeichnen sich durch das patentierte OptiWave-Plattendesign aus. Trotz geringerer Wärmeübertragungsfläche wirkt sich das Design leistungssteigernd aus und reduziert damit Investitions- und Wartungskosten für den Kunden. Im Hinblick auf die Handhabung sind die kompakten Einheiten der NT-Serie einfach zu installieren, und sie verfügen über die innovative EcoLoc-Dichtungstechnologie. Der mehrstufige NT100X-Pasteur ist mit den neuen, kleberlosen EcoLoc-Dichtungen bestückt. Diese Dichtungen können schnell und einfach ausgetauscht werden, sodass Ausfälle aufgrund von Wartungsarbeiten auf ein Minimum reduziert werden. Darüber hinaus ist dieser Plattenwärmetauscher mit einem selbstzentrierenden Plattenpaket ausgestattet, das den optimalen Sitz der Platten und für den Nutzer verlässliche Sicherheit bei der Milchpasteurisierung gewährleistet.

Kelvion Referenz Emmi AG
Kelvion Referenz Emmi AG
Kelvion Referenz Emmi AG
Kelvion Referenz Emmi AG

Das asymmetrische Plattendesign der NT-Serie überzeugt durch sein ideales Strömungsprofil, das nicht nur einen gleichmäßigen Fluss, sondern auch einen konsistenten Selbstreinigungseffekt sicherstellt. So kann die Bildung von Belägen deutlich reduziert und die Betriebszeit verlängert werden. Werksleiter Sutter weiter: „Normalerweise lassen wir die Produktion zehn Stunden laufen, bevor wir die Maschine durchspülen und dann reinigen.“ Auch längere Maschinenlaufzeiten sind in Landquart problemlos möglich. „Wir sind rundum zufrieden mit dem Pasteur – und erwarten, dass wir unsere Leistung damit noch weiter steigern können“, betont Sutter. Weil er immer belagfrei war, wird der NT-Plattenwärmetauscher jetzt nur noch einmal im Jahr zu Inspektionszwecken geöffnet. „Das Vorgängermodell mussten wir wesentlich häufiger warten“, erklärt Sutter, „weil sich zuweilen Beläge gebildet hatten.“ Milch ist ein sensibles Produkt, das schonend erwärmt werden muss. Dies erfordert eine lange thermische Behandlung. Gleichzeitig muss die Milch in einem mehrstufigen Pasteur für mindestens 15 Sekunden auf 72 °C erhitzt werden, um mögliche pathogene Mikroorganismen abzutöten. Im nächsten Schritt des Pasteurisierungsprozesses wird die Milch dann schnell wieder abgekühlt, um Proteine und Vitamine zu erhalten. All dies wird in einem einzigen NT-Apparat durchgeführt, jeweils ein Schritt pro Stufe. Mit dem NT100X liegt die Wärmerückgewinnung bei den angestrebten 94 % – ein hoher Wert für die Milchindustrie. Technisch wäre es sogar möglich, 96 % zu erreichen, aber die hierzu erforderlichen Investitionen würden sich nicht rentieren.

Obwohl eine behördliche Genehmigung für neue Pasteurisierungssysteme in Deutschland nicht erforderlich ist, beschloss die Kelvion PHE GmbH, ihr neues System traditionsgemäß als Milchpasteur zertifizieren zu lassen. Das Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch im Max Rubner-Institut hat der NT-Serie die Zulassung als Milcherhitzer erteilt. Im Rahmen des Zulassungsprozesses fuhr ein Experte des Bundesforschungsinstituts zu Emmi in die Schweiz und führte in dem Landquarter Werk während des laufenden Produktionsprozesses die Typprüfung durch. Die Zulassungsprüfung umfasste folgende Faktoren: Wärmeaustauschgrad bei der Wärmerückgewinnung, wärme- und strömungstechnischen Kennzahlen, Zustand der Milchfließwege nach den Betriebszeittests auf Belagbildung, Strömungskontrolle, Abdichtung der Milchfließwege sowie Servicequalitäten. Sutter fasst zusammen: „Die Erkenntnisse deckten sich letztlich mit unseren Erfahrungen aus der Praxis. Alles andere hätte mich auch sehr überrascht.“ Der von Sutter eingesetzte NT100X trägt jetzt das Prüfkennzeichen KI-E 670/10 als Zertifizierung für den Einsatz bei der Milchverarbeitung. Die folgenden Modellgrößen der NT-Serie sind nunmehr als HTST (High Temperature, Short-Time)-Pasteure für Milch zertifiziert: NT50, NT100, NT150. Je nach Kundenbedarf können die Pasteure mit unterschiedlich langen Platten bestückt werden. Das Unternehmen Emmi AG wurde 1993 als Nachfolger des Zentralschweizerischen Milchverbands Luzern gegründet, der 1907 ins Leben gerufen und später in Swiss Dairy Food umbenannt wurde. Allein in der Schweiz betreibt Emmi neun Produktionsstandorte und beschäftigt 3.700 Mitarbeiter. Der Hauptsitz dieser international ausgerichteten Unternehmensgruppe befindet sich im schweizerischen Luzern. 2010 verarbeitete die Gruppe fast eine Milliarde Liter Milch und Sahne und erzielte damit einen Nettoumsatzvon fast 2,7 Millionen Schweizer Franken. Emmi konzentriert sich auf die Produktion von Käse und Frischkäse sowie Milchprodukten wie Milch, Butter, Quark, Joghurt, Milchgetränken, Desserts und Speiseeis. Emmi stellt allein 54 verschiedene Käsesorten her, von Mozzarella, Schmelzkäse und Fondue-Käse bis hin zu Hart- und Halbhartkäse.

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