Geschichte

Von GEA zu Kelvion

Seit seiner Gründung als GEA im Jahr 1920 und der neuen Marktpräsenz unter dem Namen Kelvion im Jahr 2015 hat das Unternehmen einen langen Weg zurückgelegt.

Die Ursprünge des Wärmetauschergeschäftes gehen zurück bis ins Jahr 1920, als GEA von Otto Happel als „Gesellschaft für Entstaubungs-Anlagen“ gegründet wurde. In den ersten Jahrzehnten hat das Unternehmen seine Geschäftsaktivitäten im Bereich Wärmetauscher stark ausgeweitet, die Branche früh mit Innovationen im Bereich Wärmetechnik angeführt und technologische Maßstäbe gesetzt. 1999 wurde GEA von der mg technologies AG (Nachfolger der Metallgesellschaft) übernommen, die 2005 in GEA Group AG umbenannt wurde. 2010 bündelte GEA die gesamten Wärmetauscher-Aktivitäten in einem Segment („HX“). 2014 wurde GEA Heat Exchangers durch einen Triton Fonds erworben.

Das Kerngeschäft des vormaligen GEA-Segments Heat Exchangers wurde formell von der GEA Group AG abgespalten und setzt seinen Weg nun als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Kelvion fort. Die anderen Segmente des Wärmetauscher-Geschäfts sind unter eigenen Namen tätig: DencoHappel (ehemals Air Treatment) und Enexio (ehemals Power Cooling Solutions).

Der Name Kelvion ist eine Hommage an Lord Kelvin (1824–1907). Lord Kelvin formulierte die Gesetze der Thermodynamik. Die absolute Temperatur wird ihm zu Ehren in Kelvin angegeben. 
 

Meilensteine

1920: Gründung der GEA in Bochum durch Otto Happel sen. (* 1882)

Die am 2. Februar 1920 gegründete GEA (Kurzform des ursprünglichen Namens „Gesellschaft für Entstaubungs-Anlagen mbH“) war das Werk eines Unternehmers mit Herz und Seele, eines Mannes mit außergewöhnlicher technischer Begabung, beseelt vom Streben nach zukunftsweisenden technischen Innovationen.

1922: Happel entwickelt Kreislaufkühlsystem mit elliptischen Rippenrohren

Für Otto Happel war das erste Ziel klar: Einführung der „Kreislauf-Kühlung“ in Deutschland und schnellstmögliche Weiterentwicklung für die Anwendung in Großanlagen. Schon zwei Jahre nach Gründung seines Kleinbetriebs hatte er dieses Ziel erreicht. Das von ihm entwickelte Kreislaufkühlsystem unterschied sich nur in einem – allerdings sehr wesentlichen – Punkt von dem seiner Konkurrenten in Europa und Übersee: Statt des herkömmlichen Wärmetauschers (Rundrohrwärmetauscher mit gewickelten Rippen oder aufgepressten rechteckigen Rippen) baute Happel das „elliptische Rippenrohr“ ein, seine erste eigenständige technische Entwicklung, die bis zum heutigen Tag eines der Schlüsselprodukte im Sortiment der GEA Wärmetauscher ist.

1925: Umbenennung in GEA Luftkühlergesellschaft mbH

Am 15. Februar 1925 benannte Happel sein Unternehmen um in „GEA Luftkühlergesellschaft mbH“, Bochum. Mit seinen solide gebauten Produkten machte sich das Unternehmen schnell einen guten Namen. Nur zwei Jahre später entwickelte GEA auf Grundlage der elliptischen Rippenrohre Luftkühler für Transformatoren, Luft-Wasser-Kühler für Gleichrichter, zwangsbelüftete Kühler für Kompressoren, Kühler für Diesellokomotiven und Schienenfahrzeuge mit Dampfantrieb.

1935: Der luftgekühlte Kondensator – ein technischer Meilenstein

1935 begann Otto Happel in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Dr. Kurt Lang mit der Entwicklung luftgekühlter Kondensatoren für stationäre Dampfturbinen.

1948: Tod von Otto Happel sen.

Inmitten der Hoffnungen auf einen Neuanfang und der damit verbundenen Anstrengungen verstarb Otto Happel sen. am 26. Dezember 1948. Er hinterließ eine große Lücke – hatte er doch als Ingenieur mit großem Weitblick und innovativen Ideen sein Unternehmen nicht nur geprägt, sondern als kluger Geschäftsmann und dynamisches Organisationstalent auch durch gute wie auch schlechte Zeiten geführt. Gegen den Rat von Freunden und engen Vertrauten beschloss seine Witwe Elisabeth Happel, das Lebenswerk ihres Mannes für Sohn Otto, der im Februar 1948 zur Welt gekommen war, weiterzuführen.

1953: Ein neuer Geschäftsbereich

Schon früh hatten die GEA-Ingenieure versucht, elliptische Rippenrohre für Heizungssysteme zu übernehmen. Auch wenn diese Bemühungen anfangs nicht von Erfolg gekrönt waren, wurden sie in der Nachkriegszeit doch zum zweiten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Diversifizierung sowie zum Ausgangspunkt für einen profitablen neuen Geschäftsbereich für Konvektoren und Luftheizgeräte. Um die Markteinführung dieser neuen Produkte zu vereinfachen, wurde am 1. Januar 1953 mit der „GEA Konvektorenbau Happel KG“ die erste unabhängige Tochtergesellschaft gegründet.

1960er-Jahre: Gründung zahlreicher Gesellschaften im Ausland

Die gestiegene Nachfrage nach Produkten von GEA sowie der wachsende Bedarf nach einer Produktion vor Ort führte in den 1960er-Jahren zur Gründung zahlreicher Gesellschaften im Ausland: Die „James Howden – GEA Ltd.“, ein Joint Venture mit einer Fertigungsstätte in Nordirland, das später in „GEA Airexchangers Ltd. London“ umbenannt wurde, wurde 1961 in Glasgow gegründet. Darauf folgten 1963 die „GEA Scambiatori di Calore R.r.l.“ in Italien und die „GEA Warmtetransport B.V.“ in den Niederlanden. Im gleichen Jahr wurde in New York die „GEA Airexchangers, Inc.“ ins Leben gerufen. 1964 entstand in Burgos die spanische Tochtergesellschaft „Compania GEA Iberica S.A.“, deren Produktion später aus zolltechnischen Gründen nach Yurre bei Bilbao verlagert wurde. 1969 erwarb die GEA Luftkühler GmbH & Co. 85 % der Anteile an der „Renzmann & Grünewald KG“ in Monzigen an der Nahe und spezialisierte sich im weiteren Verlauf auf wassergekühlte Kühlsysteme für Transformatoren.

1970er-Jahre: Weitere internationale Expansion

Die Konstruktionsfirma „GEA Power Cooling Systems, Inc.“ im kalifornischen San Diego, USA (1977) und das Fertigungsunternehmen „GEA Rainey Corp.“ in Tulsa, Oklahoma, USA (1978) bildeten den Abschluss der ersten Expansionsphase in den USA. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wurden u. a. die Unternehmen „GEA Aircooled Systems Ltd.“ in Südafrika (1975), „GEA do Brasil Intercambiadores Ltda.“ (1976), „GEA Power Cooling Systems, Inc.“ in San Diego, Kalifornien (1977), „GEA Rainey Corp.“ in Tulsa, Oklahoma, beides USA (1978) sowie „GEA Ergé-Spirale S.A.“ in Frankreich (1978) gegründet bzw. übernommen.

1975: Dr. Otto Happel jr. übernimmt die Geschäftsführung

Nach mehr als 25 Jahren an der Spitze übergab Elisabeth Happel aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des Unternehmens an ihren Sohn Dr. Otto Happel, der soeben sein Ingenieursstudium an der RWTH Aachen mit der Promotion abgeschlossen hatte.

1979: Neue Strategie der GEA Group

Mit der Übernahme der „Eduard Ahlborn GmbH“ in Hildesheim begann eine neue Strategie der Diversifizierung. Ahlborn, ein Hersteller von Anlagen für die Lebensmittelverarbeitung, war auf Plattenwärmetauscher spezialisiert, deren thermodynamische Auslegung zur Optimierung der eigenen Produkte bereits von GEA durchgeführt wurde.

1980er-Jahre: Reorganisation und weitere Akquisitionen

Die positive Entwicklung der gesamten GEA Group machte 1980/81 eine grundlegende Reorganisation nach Abteilungen, Geschäftsbereichen und Regionen mit einer zentralen Managementgesellschaft, der „GEA GmbH“, an der Spitze notwendig. Zukauf und Gründung weiterer Unternehmen – „Batignolles Technologies Thermiques S.A.“ in Frankreich und „GEA Canzler GmbH & Co.“ in Deutschland (beides 1985), „KÜBA Kältetechnik GmbH“ in Deutschland (1987) sowie „Happel Belgium N.V.“ (1988) – führten zu einem deutlichen Umsatz- und Personalzuwachs für die GEA Group in ihren angestammten Geschäftsfeldern und zusätzlichem Know-how im Bereich Lebensmittel und Prozesstechnik. 1988 gehörten etwa 30 Unternehmen zur GEA GmbH. In diesem Jahr wurde die Unternehmensstruktur erneut geändert und die für das Management der Gruppe zuständige „GEA AG & Co.“ als neue Holding-Gesellschaft gegründet.

1989: Börsengang

GEA stellte sich beim Börsengang des Unternehmens im Dezember 1989 der Öffentlichkeit als „globaler und breit diversifizierter Anbieter von Maschinen, Systemen und Komponenten im Bereich der Energie-, Umwelt- und Prozesstechnik“ vor. Damit sollte die GEA Group nach 69 Jahren im Familienbesitz zu einem Unternehmen mit breit verteilter Eigentümerschaft werden.

1990er-Jahre: Weitere Akquisitionen in Europa

Durch die politischen Umwälzungen in Osteuropa war diese Region für die westdeutsche Industrie äußerst interessant geworden. 1992 ergriff GEA die Gelegenheit zum Erwerb der „EGI Contracting/Engineering Rt.“ in Budapest, Ungarn (Trockenkühlung in Kraftwerken) und der „LVZ a.s.“ in Liberec, Tschechien (Heizung, Lüftung, Klimatisierung sowie Luftfilter). Die übernommenen Firmen waren in den Bereichen Wärme-, Energie- und Lufttechnik sowie Kältetechnik – also traditionellen Geschäftsfeldern von GEA – tätig.

1997: Reorganisation der Gruppe

Nach dem dynamischen Wachstum in den frühen 1990-er Jahren und infolge der weltweiten Rezession waren die Jahre nach 1995 durch eine Phase der Integration und Konsolidierung zur organischen Einbindung der neuen Aktivitäten gekennzeichnet. 1997 wird die GEA Group in neun Geschäftsbereiche gegliedert.

1999: MG/GEA – die Übernahme

Im April 1999 wurde GEA durch die mg technologies AG (die vormalige Metallgesellschaft) übernommen.

2004: Weitere Akquisitionen

2004 erwarb die Gruppe das auf Kältetechnik spezialisierte Unternehmen Goedhart sowie das auf dem Gebiet der Plattenwärmetauscher tätige Unternehmen WTT.

2005: Umfirmierung und Akquisition von FlatPlate und 2H Kunststoff

2005 wurde die Gruppe in GEA Group AG umbenannt. Im gleichen Jahr übernahm GEA den Plattenwärmetauscherhersteller FlatPlate in den USA sowie 2H Kunststoff, einen Spezialanbieter für Kühlturmeinbauten sowie Wasser- und Abwasserbehandlung.

2006-2008: Weitere Akquisitionen

2006 erwarb die GEA Group die Unternehmen ISISAN in der Türkei sowie Denco und 2H Aqua in Großbritannien. Die Liste der Übernahmen durch GEA setzte sich mit Aero Heat Exchangers (2007), Bloksma (2008), ViEx (2008), Caldemon Iberica (2008) und NEMA Air Fin (2008) weiter fort.

2010: Reorganisation der Gruppe

Umgliederung der neun GEA-Geschäftsbereiche in nach Technologien getrennte Segmente, von denen das größte das Segment Heat Exchangers (HX) ist.

2011: Übernahme von Mashimpeks

Mit der Übernahme von Mashimpeks weitet GEA das Wärmetauschergeschäft auf Russland aus.

2013: GEA gibt Verkauf des HX-Segments bekannt

Im Juni 2014 gibt der Vorstand der GEA Group die Entscheidung zum Verkauf des Segments Heat Exchangers (HX) bekannt. Im Oktober schließt die GEA Group die Vereinbarung über den Verkauf des Segments an Triton.

2015: Kelvion – ein Markenwechsel im Wärmetauschermarkt

Im August 2015 begann das vormalige GEA-Segment Heat Exchangers, die eigene neue Marke im Rahmen einer Übergangsphase auf dem Markt einzuführen. In dieser Phase galt das Hauptaugenmerk zunächst dem Kerngeschäft – in dem das Unternehmen seit vielen Jahrzehnten als Experten das Vertrauen der Kunden genießt – sowie den Mitarbeitern, die die Produkte entwickeln, mit höchster Präzision fertigen und weltweit vertreiben. Das Ziel: Ein neutraler Rahmen sollte einen Eindruck von der neu entstehenden Unternehmensidentität ermöglichen, ganz unabhängig von Markenname und Logo. Beide Gruppen hatten schon im Vorfeld die Gelegenheit, sich ein Bild vom kreativen Auftritt des neuen Unternehmens zu machen.

Im November 2015 wurde das vormalige GEA-Segment Heat Exchangers formell von der GEA Group abgespalten und setzt seinen Weg nun als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Kelvion fort.
 

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